Ratgeber E-Rechnung — Stand Oktober 2026

XRechnung kostenlos erstellen 5 Wege ohne teure Software

Du musst eine XRechnung schicken, willst aber kein Abo abschließen? Hier sind die kostenlosen Möglichkeiten — vom Gratis-Tarif bis zum Portal für Behörden-Rechnungen — und wann sich doch ein günstiges Programm lohnt.

🆓 0 € Lösungen🧩 XRechnung & ZUGFeRD🏛️ Behörden-Rechnungen

Seit der E-Rechnungspflicht fragen sich viele Selbstständige: Wie erstelle ich eine XRechnung, ohne Geld auszugeben? Die gute Nachricht: Es gibt mehrere kostenlose Wege. Die weniger gute: Jeder davon hat Grenzen — bei der Anzahl der Rechnungen, bei den Kontakten oder beim Empfänger.

In diesem Ratgeber zeigen wir dir alle seriösen Gratis-Optionen und worauf du achten musst, damit deine Rechnung wirklich als E-Rechnung gilt. Einen Überblick über alle Programme findest du in unserem großen E-Rechnung Software Vergleich.

💡 Kurz erklärt — was ist eine XRechnung?Die XRechnung ist eine reine XML-Datei nach der europäischen Norm EN 16931. Sie enthält alle Rechnungsdaten in maschinenlesbarer Form. Für Behörden des Bundes ist sie seit Jahren Pflicht, im B2B-Bereich ist sie neben ZUGFeRD eines der erlaubten Formate. Den Unterschied erklären wir in ZUGFeRD vs. XRechnung.
Die kostenlosen Wege im Überblick
LösungKostenGrenzeFormateGut für
sevdesk Free 🏆0 €3 Rechnungen / MonatXRechnung + ZUGFeRDWenige Rechnungen
easybill Free0 €50 Belege, 3 KontakteE-Rechnung inkl.Wenige Stammkunden
ZRE / OZG-RE Portal0 €Nur an BundesbehördenXRechnung (Webformular)Behörden-Aufträge
Testphasen0 €7–30 TageXRechnung + ZUGFeRDEinmalige Rechnung
Günstiger Tarifab ca. 9 €/MonatUnbegrenztXRechnung + ZUGFeRDRegelmäßige Rechnungen

Stand Oktober 2026, laut Preisseiten der Anbieter.

1. sevdesk Free — 3 E-Rechnungen pro Monat gratis

Der kostenlose Tarif von sevdesk ist für Gelegenheitsrechnungen die einfachste Lösung. Du kannst 3 Rechnungen bzw. E-Rechnungen pro Monat schreiben, im Format XRechnung oder ZUGFeRD, dauerhaft und ohne Kreditkarte. Kontakte und Produkte sind unbegrenzt. Wer mehr braucht, wechselt in den Tarif „Rechnung“ (regulär 9,90 € im Monat bei jährlicher Zahlung). Mehr dazu in unseren sevdesk Erfahrungen.

2. easybill Free — 50 Belege, aber nur 3 Kontakte

easybill erlaubt im Free-Tarif 50 Belege pro Monat inklusive E-Rechnung. Der Haken: Du kannst nur 3 Kontakte anlegen. Für jemanden, der jeden Monat dieselben wenigen Geschäftskunden abrechnet, ist das trotzdem ideal. Nach der 7-tägigen Testphase wechselt dein Konto automatisch in den Free-Tarif, wenn du nichts buchst.

3. Rechnungen an Bundesbehörden: das Portal des Bundes

Schreibst du eine Rechnung an eine Bundesbehörde, brauchst du gar keine Software. Über die Rechnungseingangsplattformen des Bundes (ZRE bzw. OZG-RE) kannst du nach einer Registrierung eine XRechnung direkt im Browser per Webformular erfassen. Alternativ gehen Upload, E-Mail und Peppol. Wichtig: Du brauchst die Leitweg-ID deines Auftraggebers — die bekommst du von der Behörde.

⚠️ Nur für BehördenDas Bundesportal nimmt nur Rechnungen an angeschlossene Behörden an. Für Rechnungen an Firmen (B2B) kannst du es nicht nutzen. Länder und Kommunen haben teils eigene Portale.
4. Testphasen für die einmalige Rechnung

Brauchst du nur einmal eine XRechnung, z. B. weil ein Großkunde darauf besteht, reicht oft eine Testphase: Lexware Office bietet 30 Tage mit allen Funktionen, WISO MeinBüro 14 Tage ohne Zahlungsdaten, easybill 7 Tage. Achte darauf, dass du die Rechnung vor Ende der Testphase exportierst und archivierst.

5. Wann sich ein günstiges Programm lohnt

Ab etwa 4–5 Rechnungen pro Monat werden Gratis-Lösungen unpraktisch. Ein Rechnungsprogramm für rund 9–13 € im Monat bringt dann echte Vorteile: Nummernkreise, Mahnungen, Zahlungsabgleich und vor allem eine saubere Archivierung. Die Kosten sind als Betriebsausgabe absetzbar.

So erstellst du eine gültige XRechnung — Checkliste
  • 1️⃣
    Pflichtangaben vollständig — Name und Anschrift beider Parteien, Steuernummer oder USt-IdNr., Rechnungsnummer, Datum, Leistung, Netto, Steuersatz, Steuerbetrag.
  • 2️⃣
    Leitweg-ID bei Behörden — ohne sie wird die Rechnung abgelehnt.
  • 3️⃣
    Bankverbindung angeben — die XRechnung hat dafür eigene Felder.
  • 4️⃣
    XML nicht verändern — die Datei wird so versendet, wie das Programm sie erzeugt.
  • 5️⃣
    Original archivieren — die XML-Datei 8 Jahre unverändert aufbewahren. Mehr dazu: E-Rechnung empfangen & archivieren.
🚫 Kein Word- oder Excel-ExportEine Rechnung aus Word oder Excel als PDF zu speichern, ergibt keine E-Rechnung. Auch ein PDF, das du nachträglich „umbenennst“, zählt nicht. Es braucht die strukturierte XML-Datei nach EN 16931.
🎯 FazitFür bis zu 3 Rechnungen im Monat ist sevdesk Free die beste Gratis-Lösung. Mit wenigen festen Kunden passt easybill Free. Rechnungen an Bundesbehörden erfasst du kostenlos im Portal des Bundes. Wer regelmäßig Rechnungen schreibt, fährt mit einem Tarif ab ca. 9 € im Monat langfristig günstiger — Zeit ist auch Geld. Kleinunternehmer sollten zuerst diesen Ratgeber lesen: Sie müssen gar keine E-Rechnungen ausstellen.
FAQ — XRechnung kostenlos
Kann ich eine XRechnung komplett kostenlos erstellen?
Ja. Mit dem Gratis-Tarif von sevdesk (3 pro Monat) oder easybill (50 Belege, 3 Kontakte) erstellst du E-Rechnungen ohne Kosten. Für Rechnungen an Bundesbehörden gibt es zusätzlich das kostenlose Webformular der Rechnungseingangsplattform des Bundes.
Kann ich eine XRechnung in Word oder Excel erstellen?
Nein. Word und Excel erzeugen keine strukturierte XML-Datei nach EN 16931. Ein daraus erstelltes PDF gilt nicht als E-Rechnung.
Was ist eine Leitweg-ID?
Die Leitweg-ID ist eine Adresse, mit der Rechnungen an öffentliche Auftraggeber zugestellt werden. Du bekommst sie von deinem Auftraggeber. Für Rechnungen an Firmen brauchst du sie nicht.
Wie kann ich prüfen, ob meine XRechnung richtig ist?
Öffne die Datei in einem E-Rechnungs-Viewer, zum Beispiel im kostenlosen Viewer der Finanzverwaltung über ELSTER. Gute Rechnungsprogramme prüfen die Datei außerdem schon beim Erstellen.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine Steuerberatung. Angaben laut Anbietern, Stand Oktober 2026.